MRT Kosten für Privatpatienten 2024 | Was kostet ein MRT?

Praxistipps 11.06.2026 Redaktion PraxisZeiten
MRT Kosten für Privatpatienten 2024 | Was kostet ein MRT?

Die Magnetresonanztomographie, kurz MRT, ist eines der modernsten und präzisesten bildgebenden Verfahren in der modernen Medizin. Anders als beim Röntgen oder der Computertomographie (CT) arbeitet das MRT vollständig ohne Röntgenstrahlen. Stattdessen nutzt das Gerät starke Magnetfelder und Radiowellen, um detaillierte Querschnittsbilder des menschlichen Körpers zu erstellen. Das macht das MRT besonders wertvoll und gleichzeitig besonders schonend für den Patienten, da keine ionisierende Strahlung eingesetzt wird.

Der Patient liegt während der Untersuchung in einer röhrenförmigen Kammer, in der ein starkes Magnetfeld aufgebaut wird. Dieses Magnetfeld bringt die Wasserstoffatome im menschlichen Körper in eine bestimmte Ausrichtung. Wenn anschließend kurze Radiowellenpulse ausgesendet werden, reagieren diese Atome auf eine spezifische Weise. Die dabei entstehenden Signale werden von Sensoren erfasst und von einem Computer zu hochauflösenden Schnittbildern verarbeitet. Je nach Gewebeart liefert das MRT unterschiedliche Signalintensitäten, was eine sehr genaue Differenzierung verschiedener Gewebe ermöglicht.

Das MRT eignet sich hervorragend zur Darstellung von Weichteilen wie dem Gehirn, dem Rückenmark, Muskeln, Bauchorganen und Gelenken. Knochen werden ebenfalls abgebildet, allerdings ist das MRT hier weniger aussagekräftig als das CT. In der Neurologie, der Orthopädie, der Onkologie und der Kardiologie gehört das MRT heute zum diagnostischen Standard und hat in vielen Bereichen ältere Verfahren verdrängt oder ergänzt.

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Wie läuft eine MRT Untersuchung ab?

Vor einer MRT Untersuchung müssen Patienten sämtliche metallischen Gegenstände ablegen, da das starke Magnetfeld diese anziehen und beschädigen oder verlagern könnte. Dazu gehören Schmuck, Brillen, Uhren, Piercings und Zahnprothesen. Auch implantierte Metallteile wie bestimmte Herzschrittmacher, Gefäßclips oder künstliche Hüftgelenke können problematisch sein und müssen dem Radiologen im Vorfeld gemeldet werden. Viele moderne Implantate sind jedoch MRT tauglich und stellen kein Hindernis mehr dar.

Die eigentliche Untersuchungszeit liegt je nach untersuchter Körperregion zwischen 15 und 60 Minuten. Während dieser Zeit liegt der Patient still in der Röhre des Gerätes. Das Gerät erzeugt dabei relativ laute Klopf und Pochgeräusche, gegen die dem Patienten Ohropax oder spezielle Kopfhörer angeboten werden. Wer unter Platzangst leidet, kann in vielen Fällen ein sogenanntes offenes MRT nutzen, das zwar weniger präzise ist, aber deutlich weniger beengt wirkt. Alternativ kann eine leichte Beruhigungsmedikation verabreicht werden.

Bei manchen Fragestellungen wird ein Kontrastmittel eingesetzt, das über eine Vene in den Blutkreislauf injiziert wird. Dieses Kontrastmittel auf Gadolinium Basis verbessert die Darstellung von Blutgefäßen, Tumoren und Entzündungen erheblich. Die Verträglichkeit ist in der Regel sehr gut, Allergien auf MRT Kontrastmittel sind deutlich seltener als bei CT Kontrastmitteln.

Was kostet ein MRT für Privatpatienten?

Für Privatpatienten werden MRT Untersuchungen in der Regel nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) abgerechnet. Die tatsächlichen Kosten hängen von mehreren Faktoren ab: der untersuchten Körperregion, der Anzahl der untersuchten Regionen, ob ein Kontrastmittel eingesetzt wurde und ob der Arzt einen sogenannten Steigerungsfaktor ansetzt. Nach GOÄ ist ein Faktor zwischen 1,0 und 3,5 möglich, wobei der Faktor 2,3 als Regelfall gilt.

Für eine einfache MRT Untersuchung ohne Kontrastmittel können Privatpatienten mit folgenden Richtwerten rechnen: Eine MRT des Kopfes oder Schädels kostet in der Regel zwischen 300 und 700 Euro. Eine MRT der Wirbelsäule liegt ähnlich, je nach untersuchtem Abschnitt zwischen 250 und 600 Euro. Eine MRT des Kniegelenks oder anderer Gelenke kann zwischen 200 und 500 Euro kosten. Wird ein Kontrastmittel eingesetzt, kommen weitere 100 bis 200 Euro hinzu. Wenn mehrere Körperregionen in einer Sitzung untersucht werden, sinken die Kosten pro Region in der Regel etwas.

MRT als Selbstzahler: Was gilt für gesetzlich Versicherte?

Gesetzlich Versicherte können in bestimmten Fällen ebenfalls ein MRT auf eigene Kosten durchführen lassen, ohne dass die Krankenkasse die Kosten trägt. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn keine medizinische Notwendigkeit besteht, der Arzt aber dennoch eine MRT Diagnostik wünscht, oder wenn man als Patient selbst aus Prävention oder persönlichem Interesse eine Untersuchung möchte.

In diesem Fall gelten ähnliche Preise wie für Privatpatienten. Viele Radiologiezentren bieten inzwischen auch Pauschalangebote für Selbstzahler an, die häufig günstiger sind als die Abrechnung nach GOÄ. Diese Pauschalpreise liegen in Großstädten oft zwischen 199 und 399 Euro pro Körperregion. In einigen Fällen können Pauschalangebote für Ganzkörper MRT Untersuchungen auch zwischen 500 und 1.000 Euro liegen.

Es empfiehlt sich, vor der Untersuchung mehrere Anbieter zu vergleichen. Die Qualität des Gerätes spielt ebenfalls eine Rolle. Geräte mit einer höheren Feldstärke (3 Tesla statt 1,5 Tesla) liefern in der Regel präzisere Bilder und können bei bestimmten Fragestellungen einen entscheidenden Vorteil bieten. Diese Geräte sind in der Anschaffung teurer, weshalb die Untersuchungspreise dort etwas höher sein können.

Wann übernimmt die private Krankenversicherung die MRT Kosten?

Bei einer privaten Krankenversicherung (PKV) hängt die Kostenübernahme vom Tarif ab. Grundsätzlich übernimmt die PKV alle medizinisch notwendigen Untersuchungen, also auch MRT Untersuchungen bei entsprechender ärztlicher Indikation. Ob und in welcher Höhe ein Eigenanteil anfällt, richtet sich nach den vereinbarten Vertragsbedingungen und dem gewählten Selbstbehalt. Im Vollversicherungstarif werden MRT Untersuchungen in der Regel vollständig erstattet, sofern eine ärztliche Überweisung vorliegt und die Untersuchung in einem anerkannten radiologischen Institut durchgeführt wird.

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Es lohnt sich, vorab eine Kostenübernahmebestätigung bei der Krankenversicherung einzuholen, um böse Überraschungen zu vermeiden. Besonders bei präventiven MRT Untersuchungen ohne konkreten medizinischen Anlass kann es zu Diskussionen mit der Versicherung kommen. In diesem Fall sollte der überweisende Arzt die Indikation klar und nachvollziehbar begründen.

Ist ein MRT wirklich notwendig? Tipps zur richtigen Einschätzung

Die Entscheidung, ob ein MRT notwendig ist, liegt letztlich beim behandelnden Arzt. Dennoch sollten Patienten wissen, dass ein MRT in vielen Fällen eine sehr wertvolle diagnostische Maßnahme darstellt, die andere Verfahren nicht ersetzen kann. Besonders bei unklaren Beschwerden im Bereich der Wirbelsäule, des Gehirns, der Gelenke oder der inneren Organe kann ein MRT entscheidende Hinweise liefern und teure oder belastende Folgeuntersuchungen ersparen.

Wer als Privatpatient eine MRT Untersuchung plant, sollte sich nicht scheuen, den behandelnden Radiologen nach den zu erwartenden Kosten zu fragen. Ein seriöser Arzt wird diese Auskunft gerne geben und gegebenenfalls alternative diagnostische Wege aufzeigen, wenn ein MRT aus medizinischer Sicht nicht zwingend erforderlich ist. Praxiszeiten empfiehlt, die Untersuchung stets in einer spezialisierten radiologischen Praxis oder einer Klinik mit entsprechender Erfahrung durchführen zu lassen, da die Qualität der Auswertung mindestens so wichtig ist wie die Qualität des Gerätes.