Herzinfarkt erkennen und vorbeugen: Symptome, Risiken und Schutzmaßnahmen

Praxistipps 29.04.2026 Redaktion PraxisZeiten
Herzinfarkt erkennen und vorbeugen: Symptome, Risiken und Schutzmaßnahmen
Herzinfarkt zählt weltweit zu den häufigsten Todesursachen. Allein in Deutschland erleiden jährlich etwa 300.000 Menschen einen Herzinfarkt, und ein erheblicher Teil davon mit tödlichem Ausgang. Trotzdem ist der Herzinfarkt keine unausweichliche Katastrophe: Viele Risikofaktoren sind gut bekannt und durch einen gesunden Lebensstil sowie medizinische Behandlung deutlich reduzierbar. Entscheidend ist das Wissen darüber, wie ein Herzinfarkt entsteht, welche Warnsignale er sendet und was in einer Notfallsituation zu tun ist.

Das Herz benötigt wie jedes andere Organ kontinuierlich Sauerstoff und Nährstoffe, die es über die sogenannten Koronararterien erhält. Beim Herzinfarkt, medizinisch als Myokardinfarkt bezeichnet, wird eine dieser Arterien plötzlich vollständig oder nahezu vollständig verschlossen. Dies geschieht meist durch ein Blutgerinnsel, das sich auf einer bereits bestehenden Ablagerung in der Gefäßwand bildet, der sogenannten atherosklerotischen Plaque. Wenn der Blutfluss zum Herzmuskel unterbrochen wird, beginnt das betroffene Gewebe innerhalb von Minuten abzusterben. Je länger dies andauert, desto größer ist der bleibende Schaden.

Warnsignale: So erkennt man einen Herzinfarkt

Die klassischen Anzeichen eines Herzinfarkts sind starke, anhaltende Schmerzen oder ein Druckgefühl in der Brust, oft verbunden mit dem Gefühl, es liege ein schwerer Stein auf der Brust. Diese Schmerzen können in den linken Arm, den Kiefer, den Rücken oder den Bauch ausstrahlen. Begleitet wird dies häufig von Atemnot, kaltem Schweiß, Übelkeit, Schwindel und einem ausgeprägten Angstgefühl.

Wichtig zu wissen: Besonders bei Frauen und älteren Menschen verlaufen Herzinfarkte oft mit untypischen Symptomen. Statt Brustschmerz treten dann vor allem Übelkeit, Oberbauchschmerzen, Erschöpfung oder Rückenschmerzen in den Vordergrund, was die Diagnose verzögern kann.

Bei jedem Verdacht auf einen Herzinfarkt gilt: Sofort den Notruf 112 anrufen, hinsetzen oder hinlegen, nicht selbst Autofahren und auf Aspirin als Erstmaßnahme nur dann zurückgreifen, wenn man sicher ist, dass keine Kontraindikationen bestehen.

Risikofaktoren

Atherosklerose, die Grundlage fast aller Herzinfarkte, entsteht durch eine Kombination aus biologischen Faktoren und Lebensstilfaktoren. Zu den nicht beeinflussbaren Faktoren gehören das Alter (Männer ab 45, Frauen ab 55 Jahre haben ein erhöhtes Risiko), das Geschlecht sowie eine familiäre Vorbelastung.

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Gut beeinflussbar sind hingegen: Bluthochdruck, erhöhte Cholesterinwerte, Rauchen, Diabetes, Übergewicht, Bewegungsmangel und chronischer Stress. Das Rauchen ist dabei besonders schädlich, da es nicht nur die Gefäßwände schädigt, sondern auch die Blutgerinnung verändert und damit das Thromboserisiko erhöht.

Diagnose bei Verdacht auf Herzinfarkt

Im Krankenhaus wird sofort ein EKG (Elektrokardiogramm) abgeleitet, das charakteristische Veränderungen des Herzrhythmus zeigen kann. Ergänzend wird eine Blutuntersuchung auf sogenannte kardiale Marker durchgeführt, insbesondere Troponin I und T, die bei Herzmuskelschäden ins Blut freigesetzt werden und bereits in sehr frühem Stadium nachweisbar sind. Bei bestätigtem Herzinfarkt erfolgt in spezialisierten Herzzentren so schnell wie möglich eine Herzkatheteruntersuchung, bei der das verschlossene Gefäß aufgespürt und mit einem Ballon und einem sogenannten Stent wieder geöffnet wird.

Behandlung nach dem Herzinfarkt

Die Sofortbehandlung zielt darauf ab, das verschlossene Gefäß so rasch wie möglich wieder zu öffnen. Zeit ist dabei wortwörtlich Herzmuskel: Jede Minute des Verschlusses zerstört weitere Herzmuskelzellen. Nach dem akuten Ereignis folgt eine intensive medikamentöse Therapie mit Blutplättchenhemmern, Betablockern, ACE Hemmern und Statinen zur Cholesterinsenkung. Eine kardiologische Rehabilitation hilft Betroffenen, körperliche Leistungsfähigkeit zurückzugewinnen und das Risiko eines weiteren Ereignisses zu senken.

Prävention: So schützen Sie Ihr Herz

Die gute Nachricht ist, dass ein Großteil der Herzinfarkte durch einen gesunden Lebensstil vermeidbar ist. Nichtrauchen ist die wichtigste Einzelmaßnahme. Regelmäßige körperliche Aktivität von mindestens 150 Minuten pro Woche stärkt das Herz, senkt Blutdruck und Cholesterin und reduziert das Infarktrisiko nachweislich. Eine herzgesunde Ernährung mit reichlich Gemüse, Obst, Hülsenfrüchten, Nüssen, Vollkornprodukten und Olivenöl schützt die Gefäße langfristig.

Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen ermöglichen die frühzeitige Erkennung von Bluthochdruck, Diabetes und erhöhten Cholesterinwerten. Diese Risikofaktoren können medikamentös sehr effektiv behandelt werden, bevor sie zu einem Herzinfarkt führen. Wer zu einer Risikogruppe gehört, sollte auch einen täglichen Stressausgleich aktiv in seinen Alltag integrieren, da chronischer psychischer Stress die Entstehung von Atherosklerose messbar beschleunigt.

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Fazit

Ein Herzinfarkt ist ein lebensbedrohliches Ereignis, das schnelles Handeln erfordert. Wer die Warnsignale kennt und sofort reagiert, erhöht die Überlebenschancen erheblich. Noch wichtiger ist jedoch die konsequente Vorbeugung: Ein herzgesunder Lebensstil schützt effektiver als jedes Medikament und ist der beste Schutz, den wir unserem wichtigsten Organ geben können.